Montag, 18. September 2017

Das falsche Kleid - Neue Serie zum Thema Mode, Stil und Marketing

Kleidung, die Produktion derselben und die schamlose "Benutzung" der Kunden im speziellen Fall der Frauen, soll Thema dieser Serie werden.

In den nächsten Wochen werde ich jeden Montag (so das Vorhaben :-) ein paar Gedanken, Tests und Fragen posten, die ich mir in letzter Zeit so gemacht habe und die, wie ich meine, sehr gut zu "This is not okay" passen.

Ich nenne die Serie "Das falsche Kleid" bezugnehmend darauf, dass vieles an den Kleidern, die wir tragen nicht richtig - und damit falsch - ist.

Ist euch schon mal jemand begegnet, der gegen alle Regeln der Mode/der Vernunft angezogen war und trotzdem irgendwie genial ausgesehen hat?


Jemand Dicker in großen Querstreifen, eine Oma komplett im zuckerlrosa Kostüm mit Perlenkette und hellblauem Lidschatten, jemand der "Ich bin hier!" ruft alleine mit dem, was er/sie am Körper trägt. So wie auf dem Bild hier! :-)


Im ersten Moment ein "Huch!",
im zweiten ein "Hm!"
und im dritten ein Schmunzeln
und ein "Oh, ich verstehe!"


Nicht immer ist der eigene Stil so grell, dass die Leute auf der Straße, die Luft anhalten müssen, aber das Beispiel verdeutlicht, was es heißen kann, wenn man einen eigenen Stil hat/seinen eigenen Stil kennt. Wenn man so gekleidet ist, wie es einem entspricht.

Sieht man so jemanden häufig?
Ich finde nein, oder zumindest zu selten. Die meisten Frauen tragen das, was ihnen vorgezeigt wird. Egal ob sie es mögen, egal ob es ihnen steht. Das beginnt bei Skinny Jeans (Seufz!) und endet bei .. ach, sucht euch etwas aus!

Mode, so wie sie heute gelebt wird, wird vorgegeben. Komplett. Frau wird spätestens ab Herbst mit der Frühjahrsmode des nächsten Jahres dauerbeschossen. Inklusive Haarschnitt und, natürlich, den Schuhen und Taschen dazu.
Alle Magazine, Instafeeds und Webseiten sind voll davon. Und wenn es frau anfangs auch noch eigenartig erscheint, hat sie reichlich Zeit und Gehirnwäsche vor sich, bis es ihr am Ende dann doch gefällt .. und in ihrem Kasten hängt.

Gemeinsam mit dem ganzen anderen Zeug!

Schade und somit bedauernswert ist dabei, dass den Frauen die Freiheit genommen wurde. Dass frau sie sich hat nehmen lassen. Dass viel zu viele Frauen tatsächlich meinen, sie müssten mehrmals im Jahr Kleidung kaufen um so auszusehen, wie es irgendein Modedesigner vor Monaten entworfen hat. Dabei haben sie ausnahmslos alle einen Kleiderkasten voll mit Sachen daheim!

Frauen lassen sich ständig über einen Kamm scheren!
Schade, finde ich!
Ich wäre so neugierig auf die Vielfalt an Frauen da draußen!


Dabei ist es gar nicht so schwer, den eigenen Stil zu finden. Man muss nur etwas von der Zeit, die man in Webshops und mit der Nase in Magazinen verbringt, dafür aufbringen sich daran zu erinnern, welche Kleidungsstücke einen so richtig glücklich gemacht haben. Die eine Jacke, die man so geliebt hat. Der Rock, das Kleid in dem man einfach unwiderstehlich war. Diese Dinge.

Auch wenn diese Teile sehr wahrscheinlich aus einer dieser fremdbestimmenten Kollektionen stammten,  so haben sie einem offensichtlich entsprochen.
Das ist der Anfang vom eigenen Stil.
Da kann man ansetzen.

Einen eigenen Stil zu tragen, heißt sich jeden Tag so zu fühlen wie in ebendieser Jacke von damals. Das ist doch ein Ziel für das sich ein Ausscheren aus dem Mainstream lohnen würde!


Denk mal drüber nach, wieviele deiner Kleidungsstücke machen dich so richtig happy?
Wieviel Prozent der Kleidung in deinem Kasten sind Lieblingsstücke?

In meiner Seitenleiste starte ich diese Woche eine Umfrage.
Ich probiere dieses Tool mal aus:

Gebt eine Schätzung ab, wieviel von euerm Kasten den Titel "Lieblingsstück" tragen darf.
Und schaut euch an, wie das so bei den anderen ist.

Nächste Woche mehr!






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16 Kommentare

  1. Liebe Susanne,
    das ist eine Frage, die mich wirklich nachdenklich macht. Ich habe einige Lieblingsstücke, zum Teil selbst genäht, die ich aber, berufsbedingt, nur wenig trage: Laborkittel, Jeans und Shirt.
    Gerade gestern bin ich im Kleid ins Städtchen, damit es mal aus dem Schrank kommt. Und ich habe mich so wohl gefühlt und mich gefreut. Werde ich jetzt öfter machen...
    Liebe Grüße Marion

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  2. Liebe Susanne,
    das ist eine tolle neue Sparte auf deinem Blog und sehr spannend. Ich bin schätzungsweise bei ca 40% Lieblingskleidung. Das bedeutet, ich trage die restlichen 60% nur, wenn die Lieblingssachen nicht da sind, oder weil ich meine, nicht jeden Tag das gleiche anziehen zu können. (Was ja an sich schon blödsinn ist)
    Ich bin gespannt auf weitere Beiträge dieser Art.
    Danke.
    Janine

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  3. Grandiose Idee, ich freu mich schon jetzt über Deine neue Serie! Aber: Ooops, bin ich wirklich bisher die einzige in der Umfrage, in deren Kleiderkasten fast nur Lieblingsstücke hängen? Vor rund eineinhalb Jahren hätte ich noch die Option "ganz wenige" wählen müssen, aber jetzt - nach nur eineinhalb Jahren Beschäftigung, inklusive Farb- und Stilberatung, radikalem Ausmisten und Neu-Nähen von ausschließlich nur mehr Sachen, die ich mag, die mir stehen, die mich glücklich machen, weil alles passt - sieht die Sache ganz anders aus. Spannend! Und hier nicht zur Selbst-Beweihräucherung erwähnt sonder zur Ermutigung: Eineinhalb Jahre sind eigentlich eine sehr kurze Zeit, und es hat sich so viel geändert bei mir! Wahnsinn! Man kann tatsächlich ausbrechen aus dem kaufen-kaufen-billiger-billiger Konsum-Radl. Das ist doch eine schöne Sache. Und bis zur Pension schauen wir auch so aus wie die Foldies (Fashion-Oldies) vom Blog "Advanced Style", ned woar? ;-) lg, Gabi

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  4. Wo liegst du in der Umfrage, liebe Susanne?

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  5. Danke. Allerdings finde ich die Frage schwierig zu beantworten. Ich habe Sachen in meinem Schrank da gibt es keine Lieblingsstücke - die sind einfach notwendig: Unterwäsche, Socken und Strumpfhosen. Dann hab ich Sachen im Schrank die mir nicht mehr passen - die wandern auf den Stapel zu vernähen der unten im Schrank wächst. Und nur weil der Stapel auch ins Nähzimmer ziehen könnte ist er ja noch lange nicht weg. Ausserdem sind da auch Büro-outfits - die brauch ich erst in ca. 2 Jahren wieder und werden auch dann ganz sicher keine Lieblingsoutfits sondern halt Arbeitskleidung sein. Von daher bin ich ehrlicherweise bei 20 - 40 %. Ich hab aber bei meinem Umzug vor 6 Jahren viel ausgemistet und leider fehlen mir manche Sachen die ich jetzt gerne wieder hätte. Der verwaschene Wollpulli ergäbe eine tolle warme Überhose für den Babyjungen und den Latzrock den ich damals entsorgt habe hätte ich gerne wieder zurück. Was ich aber tatsächlich schon lange nichtmehr mache ist Schnäppchen und Modeteile kaufen. Ich überlege mir immer ob ich sowas nicht in besser im Schrank habe und dann kaufe ich in 95 % der Fälle nicht. Nur beim Nähen bin ich dagegen noch nicht gefeit - da kommts schon vor dass was entsteht das ich so nicht gebraucht hätte.
    LG
    Martina

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    1. Nun ja, auch bei Unterwäsche kann man Lieblingsstücke haben. Notwendigkeiten wie schwarze Socken überfüllen allerdings keinen Kleiderkasten. Oder zumindest kann ich mir das nicht so recht vorstellen ;-)
      Viele Frauen haben allerdings Dinge im Kasten, die sie über Jahre nicht mehr getragen haben, oftmals sind es einfach Impuls-Einkäufe gewesen. Und diese Teile, die sind übel. Denn auch dieses "Zeug" kostet Ressourcen, Arbeitskraft etc. und ist am Ende, das, was so richtig teuer kommt. Auch wenn es ein 4€ Teil war.

      Um den Abstimmungs%satz richtig abschätzen zu können, muss man einen Schätzwert abgeben. Ich denke, dass man schon recht deutlich sehen kann, in welche Richtung es im eigenen Kasten geht.
      Ich bin mittlerweile (arbeite seit einem Jahr daran) ganz gut, aber auch ich habe noch Teile im Kasten, die ich - aufgrund mangelnder Alternativen und finanzieller Grenzen - eben noch nicht ersetzt habe. Was ich allerdings nicht mehr habe - im Kasten - ist Ballast.

      Die Abstimmung soll uns/euch zeigen, dass ihr/wir mit dem Thema ja nicht alleine sind.
      Ich hoffe, dir etwas geholfen zu haben.
      LG
      Susanne

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  6. Danke Susanne. Ich bin dieses JAhr auch bei dem Thema hängengeblieben. Kennst Du Die FB Gruppe "Näh Deinen Stil" von Elke? (www.ellepuls.com) Es ist wirklich schwierig. Ich habe bereits ausgemistet und werde es wieder tun und mich in der Tat reduzieren, denn sonst haben die Lieblingsstücke keinen Platz im Kasten (bin ein großer Fan von den österreichischen Worten - oft so passend!) Viele Grüße
    Karolina

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    1. Wie? Ist "Lieblingsstücke" nicht .. wie sagt man ... generell gebräuchlich?
      Hm.
      Und: Ausmisten ist der Anfang! Schritt für Schritt. Ich habe es nie bereut!

      Ich habe mich an Marie Kondo orientiert. In etwa:
      https://mami-made.blogspot.co.at/2016/03/mein-kasten-und-marie-kondo-magically.html

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    2. Ich glaub sie meint den "Kasten". In Deutschland sagt man eher "Schrank".

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    3. Aaaaahhhh...
      ja genau

      KleiderSCHRANK ... nein, das ist mir zu groß .. einen Schrank krieg' ich nicht in mein Zimmer. Einen Kasten schon! ;-)

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    4. Genau der Kasten war's. Lueblingsstücke schon ;-)). Bemühe mich gerade, diesen damit zu füllen am nächsten Wochenenden...

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    5. Lieblingsstücke mit i - Handy pfft.

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  7. Wie immmer ein grandioser Artikel und absolut wahr.
    Der Anteil an Lieblingsstücken liegt bei mir bei ca 90% würd ich sagen.... Socken mal ausgenommen, wobei ich da auch schon dran arbeite.... ich nähe schon seit ca 2 Jahren nurnoch alles selbst, kaufen ist doof. ;)

    Danke für deine Worte und dein Engagement!

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  8. Ich habe vor Jahren damit angefangen meinen Kleiderschrank auszumisten und diesen Sommer war ich soweit dass alles was nicht 100% ich ist raus war, sprich an andere verteilt. Da ich aber immer noch viel nähe, freut sich die Familie weil sie immer Nachschub bekommt.
    Liebe Grüße,
    Lee

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  9. Danke, ganz tolle Gedanken!
    und ja, es ist so! laufend muß man sich neu orientieren, selbst wenn man merkt und weiß, man hat jetzt seine Lieblingshose gefunden (und dann geht die einfach mit der Zeit kaputt) man hat keine Chance genau so eine erneut zu finden und zu kaufen. Dann zieht man los und sucht und sucht und kauft (wieder einmal) Schrankleichen :-(

    Ja, selbst nähen wäre eine alternative, aber ich bin nicht gut genug, um für mich und meinen (wunderschönen, vermanschten, nicht klassifizierbaren) Körper zu nähen, weil es so unendlich viele Änderungen gibt. Ich denk, ich sollte mich einfach trauen! mal sehen, wann ich mich überwinde.

    P.S.
    Meinen Kasten miste ich zweimal im Jahr aus - und dennoch finde ich immer wieder Teile, die ich nie angezogen habe und mit Sicherheit auch nie wieder anziehen werde.... ich frage mich, wo die herkommen?

    LG
    Zottellotte Sonja

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  10. Das Abstimmen ist super! Mich hat das Ergebnis ja jetzt sehr überrascht!

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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