Dienstag, 24. Oktober 2017

Gedanken zum Nähen

Ich nähe auf eine eigenartige Weise gerne. Eigenartig deshalb, weil es nämlich ums Nähen rum viele Allerleis gibt, die ich nicht so prickelnd finde.
Schnittmuster kleben zum Beispiel. Zuschneiden. Auch nicht so der Bringer. Dann bei größeren Projekten das unterschwellig ständig anwesende Gefühl des "hab-ich-eh-alles".
Auch die erste Anprobe kann einem hintenraus noch alles versauen.

Wer näht, hat's nicht immer leicht.

Und trotzdem: hat man mal alles durchgestanden, dann gibt es ein paar sehr besondere Momente.



Moment 1 (für mich):

DAS UNFERTIGE ANLASSEN

Ich finde es ja ein wenig störend und zeitgleich doch höchst komplimentös ;-)
Ich schneide Ärmel und auch Shirts immer lang zu. Sicherheitstechnisch. Abschneiden kann man leichter als verlängern. Und deswegen muß meine Premium-benäh-Klientel immer an einem Punkt des Werkes kurz "reinschlüpfen". Mittlerweile darf ich auch mitten im Spielen mit Freunden stören (verwunderlicher ist hierbei allerdings, DASS ich nähe, wenn mehr Kinder als normal im Haus sind ;-)
Also egal, sie schlüpfen rein und dann, passiert in 80% der Fälle folgendes: sie ziehen es nicht mehr aus!
Viel zu lange Ärmel, null Bündchen, heraushängende Fäden.
Alles kein Problem!

Ich gönne mir dann meist eine Pause :-) !



Moment 2 .. immer und immer wieder!

Sie tragen, was ich genäht habe


Ihr seht hier ein ganz simples Nachthemd. So simpel, es ist kaum einen Blogpost wert ... ABER ... dieses Nachthemd kommt mir morgens verschlafen entgegen und weigert sich abends ins Bett zu gehen, weil "wozu eigentlich?". Dieses Nachthemd geht Zähneputzen und trägt dabei die selbstbestrickten Socken, die ich meiner Tochter gestrickt habe. Dieses Nachthemd sehe ich täglich! Ich lebe mit diesem Nachthemd.

Unnötig zu erwähnen, dass meine Tochter in diesem Nachthemd schlicht unglaublich super aussieht.

Wie es einem geht, wenn die Menschen, die dir am meisten bedeuten in deinen Werken rumlaufen und dabei nicht nur gut aussehen, sondern eben auch noch im Typ sind. Nicht den 0815 Schrott tragen, den man sonst kaufen muss. Nein eben IHR Ding am Leibe tragen. Selbstentworfen, mitgeredet, dabeigewesen!

Dieses Gefühl ist wohl ...
Glück, Freude und Zufriedenheit gemischt mit einer guten Portion
ich-fass-es-nicht!
:-)

7 Kommentare

  1. Hallo Susanne
    ich stimme dir in allen Punkten zu,.... ist erst mal Schnittmuster gedruckt, geklebt, geschnitten, .... ist der Rest ein "Kinderspiel". Auch ich lasse Arme immer zu lang. Beide haben die "Affenarme" von mir geerbt und da gehe ich lieber auf Nummer sicher. Ich liebe es, wenn beide Kinder in meinen genähten Sachen rumlaufen, ich liebe es, wenn sie sich selbst Sachen aussuchen immer und zwar wirklich immer zu den genähten Sachen greifen. und wenn was zu klein wird, sagen sie "Dann nähe es doch länger". und wenn sie sich was wünschen, dann kommen sie immer zu mir und sagen "das kannst du doch nähen."

    Und das Phanomän Nähen, wenn mehr Kinder als die eigenen da sind, habe ich auch schon mehrmals gemacht. Das ist so super! *g*

    LG
    Zottellotte Sonja

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    1. Nähen ist schon einfach richtig lässig!

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  2. Ha! Ja! genau so isses... kenn ich... liebe ich, diese Momente.

    Heute ist es ja so, dass es weithin bekannt ist, dass ich Sonja benähe und mir mittlerweile schon unglaubliches zugetraut wird - siehe Tarzan Jane Kleid... Aber in den Anfangen, wurde interessanterweise immer bei den Kaufteilen gefracht, ob ich das gemacht habe... also die Basic Dinger, die faden... bei den coolen, bestickten, farblich, schnitt und größenmößig 100% passenden Teilen sind alle davon ausgeganden, dass sie gekauft sind... schräg! ... Das ist mir jetzt erst so beim Lesen dieses Posts bewusst geworden.
    Bussi

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    1. Dir traue ich fast alles zu ....
      (siehe dieses Patchworkultraprojekt ... guteGüte)

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  3. du hast sowas von recht. vor allem weil man vor lauter getragen-gewaschen-getragen-werden so gar nicht zum fotografieren kommt. :-) mein bub ist auch ständig mit tiger unterwegs. halt. heute nicht. heute hängt er nass am wäscheständer #wäscheständercontent
    :-)
    bussi!

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  4. Liebe Susanne!

    Ja! Ja! Ja!
    Hinzufügen förmlich müsste ich nur noch: ich häng mittlerweile bei drei Kindern im Haushalt wieder total gerne Wäsche auf! Stelle ch doch immer wieder fest, dass locker zwei Drittel des Gewaschenen auf der Leine von mir ist.
    Und , natürlich der Stolz, das selbst mein großes Tochterkind ( bald 18) nach wie vor extrem gerne von mir benäht wird und H&M und Co - auch dank deiner Kampagne - kennen wir nur vom HörenSagen ;0)
    Ganz liebe Grüße Kirsten

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  5. Ich schneide zu lang zu und LASS ES SO! Passt länger, meine Sahnetupferl, denk mal drüber anch ;-)

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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