Dienstag, 24. April 2018

T- Shirts für Teenager oder Der demnächst Ex-Lieblingsfriseur

Also Anneliese hat uns mit einer Harry Potter Traumdecke versehen und sie weiß ja gar nicht wie sehr sie damit ins Schwarze getroffen hat.
Als ich neulich beim Friseur war, der im übrigen jetzt aus Wien rauszieht und somit nicht mehr mein Friseur sein kann - GROßES DRAMA!, also, wie ich da von meinem demnächst Ex-Lieblingsfriseur beschnippelt werde, erzählt er mir davon, wie das letztes mal so war, als mein Mann und meine Tochter bei ihm waren .. und die komplette Zeit hindurch über den letzten Harry Potter - Band philosophiert haben.
Die ganze Zeit!

So ist das bei uns. Und vermutlich sind wir damit nicht einmal annähernd alleine. Es ist wohl eher so, dass unser heißgeliebter demnächst Ex-Friseur die Ausnahme ist.


Naja, und bevor ich das jetzt zu einer Grundsatzdebatte werden lasse von wegen wer ist dann eigentlich der Nerd. Der, der pottert oder der, der es eben nicht tut .. auch wenn er demnächst ein Ex-Lieblingsfriseur ist. Alles wurscht und deswegen hier kurz das aktuellste Shirt. Die Nummer eins der SommerSerie 2018.
Ein Potter - Shirt mit Lieblingszauberspruch!





Arbeitszeit:  1,5 h 
Materialkosten:  ca. 20 €
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 5






Montag, 23. April 2018

Stadt und Land - die Ausländer

Ich glaube es war vorige Woche da habe ich in den "Dimensionen" in Ö1 gehört von einem Komplexitätsforscher, der sich auf Städte spezialisiert hat. Also zumindest für diesen Bericht.
Gemerkt habe ich mir folgendes: Im Vergleich zum Leben auf dem Land steigt bei einer städtischen Bevölkerung die Kriminalität an und zwar in genau demselben Ausmaß wie die Kreativität!

Das ist darauf zurückzuführen, dass man in der Stadt häufiger genötigt ist sich mit Menschen auseinanderzusetzen, die anders als man selber sind. Das kann schon mal anstrengend werden. Vor allem, wenn man einen vollen Lebensalltag hat. Es führt aber durch diese Auseinandersetzung, so man sich auf diese einläßt, zu einer Erweiterung des eigenen Spektrums.


Hier bei mir mitten in der Stadt spielt sich das so ab:

Ich sehe täglich reichlich Menschen, die meine Sprache (und damit meine ich Wienerisch) nicht sprechen. Sie sprechen englisch, russisch, amerikanisch, italienisch, arabisch, deutsch - in alle seinen Variationen - oder wasweißichnochalles.
Sie kommen in kleinen oder großen Gruppen.
Es können auch zwei junge Männer sein, deren Haut dunkel ist und die schwarze Lederjacken tragen.
Es können Frauen sein, die Kopftuch tragen. (ich habe übrigens gestern eine junge Frau gesehen, die Kopftuch trug und eine John Lennon Sonnenbrille und die - festhalten - ein paar ziemlich lässige Tatoos auf ihren Unterarmen hatte).
Ich sehe dunkelhäutige Väter die im Tragetuch ein Baby tragen und ich sehe dunkelhäutige Männer, deren Frauen ein Stück hinter ihnen gehen.
Ich sehe Menschen mit dunkler Hautfarbe. Helldunkel und ganz dunkel. Schwarze Frauen die bunte afrikanische Kleider tragen (Und mit Verlaub richtig gut aussehen darin!)



Ich sehe Russinnen in High Heels mit Louis Vuitton Einkaufssackerln (mehreren!) und ganz knappen Röcken (Bist du irre, die sehen häufig nicht nur richtig gut aus, die haben auch ein für mich unfassbares Selbstbewusstsein.)
Ich sehe Amerikaner, die ein wenig zu viel sind, mit Rucksack und ganz kurzen Hosen. Ich sehe Japaner mit Sonnenschirm und Mundmaske (Ja, mit Mundmaske .. mehrmals die Woche sehe ich die!) .. oder sind es Koreaner?

Ich sehe Rumänen, die am Gehsteig sitzen und freundlich um ein paar cent betteln. Immer dieselben übrigens. Immer an derselben Stelle. Beinahe das ganze Jahr. Ich glaube, es sind Oma und Opa, die ihre Familie daheim durchfüttern.
Ich sehe junge Menschen, die ihren Trolley hinter sich herschieben, das Handy in der Hand eine Adresse suchend.
Ich sehe junge Mirgrationshintergrund-Männer, die gerade ihre Manneskraft entdecken und die gerade nicht anders wollen als laut und dabei offenbaren wie bruchstückhaft ihre Kenntnisse der deutschen Sprache sind.



Wien hat einen Ausländeranteil, der deutlich höher ist, als der Durchschnitt in Österreich und da sind die ganzen Touristen noch nicht einmal mitgezählt.

Es gibt Bezirke, da ist er besonders hoch .. und natürlich (SEUFZ!) sind das jene Bezirke, in denen der Bildungsstand nicht ganz so hoch ist wie bei uns hier und wo die Mieten niedriger sind.

Es gibt Bezirke mit Serben, mit Deutschen, mit Türken. So hat sich das herangewachsen. Nie alles an einem Fleck in hoher Konzentration.

All die Menschen, die ich da oben aufgezählt habe, kann ich wenn ich 30-40 Minuten draußen unterwegs bin jeden Tag sehen. Völlig problemlos.



Mir persönlich macht das wenig aus. Die Tendenz der immer mehr werdenden Touristen finde ich allerdings diskussionswürdig. Es sind heute deutlich mehr, als es vor 10 Jahren waren. An "guten" Tagen ist zwischen Gruppe und Gruppe nicht genug Platz um dazwischen durchzugehen.
Das ist .... naja, nimma so angenehm.

Ich will auch gar nicht beschönigen, dass es  Plätze gibt, an denen der Kopftuchanteil deutlich höher ist, als bei mir hier und an denen man wohl spürt, wie anstrengend es ist, dass man sich jeden Moment an jedem Tag damit auseinandersetzen muß, dass da Menschen mit einem zusammenleben, die eben anders denken, sich anders anziehen etc.



Aber - und das ist mir wichtig - das ist absolut nicht in ganz Wien so. Nein, ganz im Gegenteil. Es gibt ein paar Bezirke, da ist es dicht und da brauchen die Menschen von beiden Seiten wohl mehr Unterstützung durch die Stadt. Aber, die Flächen, die Bezirke, die Gegenden, in denen Ausländer kein Thema sind, sind .. ich würde mal sagen, nicht nur in der Überzahl, sie sind in einer vielfachen Überzahl.
Nun ist es aber so, dass der Druck auf die Menschen in den "Problemgegenden" hoch ist und somit besteht ein Handlungsbedarf. Das sehe ich auch so.
Dass diese Tatsache politische ausgenutzt wird, ist aber unter jeder Sau. Es wird nur allzu bereitwillig  ein falsches Bild von einem unsicheren Wien gezeichnet, von einem von Muslimen und türkisch oder tschetschenischen Gruppen beherrschten Wien. Und das ist ein völliger Unsinn. Das ist Propaganda!
Punkt.

Ja, hier sind viele Ausländer. Richtig viele. Wenn man richtig draußen auf dem Land lebt, braucht man - so meine süße Vorstellung - wahrscheinlich ein Jahr um all die Leute zu sehen, die ich an einem Tag zu Gesicht bekomme.
Fühle ich mich immer wohl, wenn mir ein paar schräge Gestalten entgegenkommen?
Nein. Natürlich nicht.
Das war aber schon so, als ich jung war!
Schrecke ich davor zurück, mich dieser Situation auszusetzen?
ah geh woher.
Ich lebe lange genug um zu wissen, dass nicht immer die gefährlich aussehenden Hunde beißen.

Die Stadt ist eben nicht nur kreativ, sie ist eben auch an manchen Ecken nicht ganz so sicher wie an anderen. Aber die Gefahr geht nicht notwendigerweise von den Ausländern aus, egal welche Sprache sie sprechen. Und mit irgendeiner anderen Weltstadt verglichen ... sorry, da ist Wien immer noch ein ziemlich ruhiger, ziemlich verschlafener, "Küss' die Hand"-Flecken auf der Landkarte.

Einer der gerne meckert!

Anmerkung am Rande: die bei weitem größte Gruppe von Ausländern (beinahe doppelt soviele wie die auf Platz 2) sind in Österreich übrigens die Deutschen!



Freitag, 20. April 2018

gesehen KW 16 - die Piraha und Zlatan

Die Piraha (gesprochen eher Pida-a) sind ein Volk im Amazonas - Gebiet. Eines dieser Urvölker, von denen wir praktisch fast nix wissen und die nur sehr sehr wenig Kontakt mit uns (dem Rest der Welt) haben.
Die Piraha sind allein deswegen ja schon interessant. Ist ja immer so, wenn wir Menschen etwas entdecken, wovon wir zuvor nichts wussten. Interessant.
Was die Piraha aber noch interessanter macht, ist ihre Sprache.

Und hierzu muß ich kurz ausholen. Sprache hat Macht über uns. Wie sehr, dass versuchen die einen hinunterzureden und die anderen auszunutzen. Wichtig ist, dass man es weiß .. und frau (wenn wir schon dabei sind ;-)
Die Piraha gelten als ausnehmend glücklich und das hat ziemlich sicher seinen Ursprung auch in ihrer Sprache.



So können die Piraha nicht zählen. Es gibt nur "einen" und "viele" und dann wohl so etwas wie "sehr viele". Das Konzept der Zahlen ist ihnen derart fremd, dass es auch nicht möglich war ihnen das Zählen bis 10 beizubringen. Nicht etwa weil sie zu dumm dafür sind, nein sie sind clever, aber sie brauchen nicht zu zählen in ihrem Leben. Es funktioniert alles ohne Zahlen. Alles. Man bittet sie also etwas zu lernen, dass für sie nachweislich völlig unnötig ist (Anmerkung: ich bin mir sicher, das hier unterschreibt jeder 2. Schüler ;-), etwas, dass sie nicht brauchen.

Auf die Frage hin, ob denn dann eine Piraha - Frau nicht wüsste wieviele Kinder sie hat, kann man demnach Folgendes antworten: sie kann dir alle ihre Kinder in der Gruppe zeigen, ihre Namen nennen. Sie braucht nicht zu wissen wieviele es sind. Sie erkennt, wenn eines fehlt. Die Zahl hilft ihr nicht dabei ihre Kinder großzuziehen oder sie zu lieben.



Man stelle sich vor, es gäbe keine Zahlen und somit auch - zum Beispiel - kein Übergewicht. Frau würde dann einfach nur merken, dass ihr Baströckchen etwas enger sitzt und dann würde sie entweder ein paar Tage weniger essen oder eben das Röckchen erweitern. So einfach.
Es gäbe niemanden der mehr Geld verdient als man selber. Man würde nicht mehr daran gemessen werden. Geld ist ein reines Zahlending. Hm. Interessantes Gedankenspiel auf jeden Fall

Das zweite wirklich außergewöhnliche an der Sprach der Piraha ist, dass es keine, ich weiß gar nicht, wie ich das nennen soll, "Fiktion" gibt.
Will ich jemanden erzählen, dass die Sonne aufgegangen ist (schlechtes Beispiel, weil offensichtlich, aber trotzdem), dann muss ich eine Endung an das Verb fügen, die besagt, dass ich das gesehen habe. Es gibt noch Endungen für XY hat es gesehen ... und aus.
Würde ich also erzählen wollen, dass Donald Trump James Comey gefeuert hat und ich könnte keine Endung daran hängen .. ich war ja nicht dabei und ich kenne auch niemanden, der dabei war und von dem ich es habe ... dann würde ein Piraha fragen, warum ich ihm das erzähle.
Völlig wertlose Information.



Durch dieses "System" gibt es keinerlei falsche Informationen, keine Fake News. Denn die Piraha erzählen einander nur relevante Sachen. Kramuri von irgendwo ist für ihr Überleben absolut unwichtig.

Naja, und das führt natürlich dazu, dass sie sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, warum die AfD oder FPÖ von so vielen Leuten gewählt wird. Sie haben auch keine Nordkorea oder Syrien Grübeleinheiten. Sie kümmern sich, man kann es gar nicht anders sagen, um ihren eigenen Kram.

Sie sind mit Sicherheit gesegnet, dass das möglich ist für sie, aber es gibt einem schon zu denken. Also vom Konzept her.

Daniel Everett hat viele Jahre bei den Piraha gelebt. Er war Missionar und ist kläglich gescheitert. Die Piraha brauchen keinen Gott. Und sie wollen auch keinen. Ihn hat die Begegnung mit einer derart anderen Art zu denken und zu sprechen allerdings tiefgreifend verändert.

Und seine Conclusio aus all dem ist, dass man nur Neues lernt, wenn man sich mit Menschen umgibt, die anders sind als man selber.


Na, wenn euch das nicht zu denken gibt!



Und dann noch kurz etwas ganz anderes. Weil doch die meisten Frauen immer so freundlich sind und so willens zurückzustecken - also zumindest wurden wir ja so erzogen. Zweifellos. Es gibt nur wenige Frauen, die ein großes Ego haben. Ich rede von so richtig großem Selbstbewusstsein - ein Zlatanmäßiges Selbstbewusstsein!

Wenn das wohl auch nicht wirklich ein Vorbild ist, dann ist es doch - ganz nach Daniel Everett von gerade oben bei den Piraha - etwas, dass man oder eigentlich frau ja nie so um sich herum sieht. Und somit etwas Neues, etwas das frau lernen kann. Sie muss es ja nicht vollständig übernehmen. Kennenlernen, darüber nachdenken, darum geht's..

Anmerkung: Zlatan Ibrahimovic ist Schwede und er ist einer der besten Fußballer auf diesem Planeten. Und das kann man ehrlich so unterschreiben. Zlatan stammt aus einer Einwandererfamilie, ist nicht gerade im Luxus aufgewachsen. Er hat den schwarzen Gürtel in ... irgendwas und ist ein äußerst willensstarker Mensch. Seit kurzem spielt er jetzt in einem Club in den Staaten .. was ja an sich immer ein "Ende-der-Karriere-Zeichen" ist. Aber Zlatan ist und bleibt eben einfach ein Superstar.
Sein Selbstbewusstsein ist ... masslos und dadurch schon wieder irgendwie vorbildlich. Er hat zweifelsfrei hart daran gearbeitet dort zu sein, wo er heute ist. Trotzdem glaube ich nicht, dass eine Frau sich trauen würde, ihre Leistung so selbstsicher zu würdigen, wie das Zlatan macht ... immer und immer wieder.

Lernt etwas!



Jetzt hoffe ich nur, dass ich euch nicht zu sehr gefordert habe
und wünsch euch von Herzen ein wunderbares Wochenende!


gehört:
Ö1 - Dimensionen über die Piraha
dazu Artikel gelesen

und Videos geschaut
siehe oben

Dienstag, 17. April 2018

Der Mist in Wien kann uns mal

.. bei uns wir gekübelt.  Und seit Jahren schmunzelt man dabei. Die MA48 (das Magistrat, das für die Müllabfuhr zuständig ist) hat nämlich eine verdammt unterhaltsame Marketingstrategie.

Da ich zur Zeit total analog gefangen bin zwischen Frühjahrsmüdigkeit und Terrassenboden neu verlegen .. und dem ganzen Rest, zeige ich euch kurzerhand meine SAMMLUNG!

Genießt es!

Kontrolliert wird ja schon beinahe überall
und er meint das Ernst
Er wird auch regelmäßig erwählt 
Verträgt alles


weil schön bin ich halt nicht

Schwarzenegger ist zwar aus der Steiermark, aber da simma ganz unkompliziert 
hängt vor der technischen Universität

Wuchtl kann ein Ball sein, aber auch eine Pointe

Mein Nerdherz schlägt gleich höher

Ich habe nachgeschaut .. er hängt auch nachts da

es lag nichts drumherum .. die Leute haben eine gute Trefferquote

Samstag, 14. April 2018

Buch in der Tasche

Ich habe neuerdings immer ein Buch in der Tasche. 1. Zum Lesen, 2. Zum nicht-am-Handy-rumspielen, wenn ich unterwegs bin.
Ich finde das eine clevere Idee. Und so sophisticated! ;-)

Mein Ablenk-Programm starte ich mit einem Brutalo - Klassiker. Ehrlich, ich glaub' nicht, dass ich es durchlesen kann. Ist mir ziemlich sicher zu duster und grausam. 1984 von George Orwell. Ich habe es noch nie gelesen.

Aber versuchen will ich es unbedingt.


Was lest ihr gerade so?



Wenn wir schon beim Lesen in den Öffis sind. Hier geht's zu @hotdudesreading auf Instagram.
Solltet ihr mal den Glauben an die Männer wiedererlangen wollen ;-) ;-)


Dienstag, 10. April 2018

Sweater Paneelstoff

Ich bin ja wahrlich kein Nählemming. Ich bin an Nähtrends in der Näheria ausnehmend uninteressiert. Die aktuelle Paneelstoff-Entwicklung spielt mir allerdings in die Hände. Immer schon habe ich Shirts mit einer "Front" genäht. Wer hier länger liest, der weiß das.

Naja, und zur Zeit wird mir da ein wenig Arbeit abgenommen. 
Wir sind zwar, so behaupte ich, wählerisch, was die angebotenen Muster angeht. Das Meiste ist uns viel zu kindisch (Augenverdrehabwink), weil wir ja schon so groß sind. Aber eine kleine Auswahl dieser Stoffe hat es auch bis zu uns geschafft!

Die kleine Miss ist von dem Stück zur Zeit kaum zu trennen.
Ein voller Erfolg!


Schnittmuster: Bandito via farbenmix
Paneel von Alles für Selbermacher - selbstgekauft


Arbeitszeit:  2,5 h  
Materialkosten:  ca. 40 €
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 2




Montag, 9. April 2018

Stadt und Land - Die Nachbarn

Meine Nachbarn. Hm, wie sag' ich's. Ich konnte sie mir natürlich nicht aussuchen. Einige sind supernett und ich würde uns als befreundet bezeichnen, mit anderen grüße ich mich nicht einmal, weil sie sich nachweislich als A**** herausgestellt haben und ich mittlerweile weiß, dass ich nicht zu jedem immer die süße, Kleine von früher zu sein brauche.


Meine Nachbarn sind eine Mischung von Kreativen, die aus Arbeiterfamilien stammen und altem Adel, der noch nie ein T-Shirt getragen hat - immer Anzug oder Tracht. Immer. Bei uns im Haus hört man ein "Küss' die Hand" genauso wie ein "Servas".
Wir sind international. Unterm Dach lebt eine amerikanische Familie, wir haben eine französische Mama und eine Dame aus Nigeria und natürlich haben wir eine Handvoll Deutscher. Pflicht.

Wir haben eine Rechtsanwältin, ein weibliches Vorstandsmitglied eines großen österreichischen Unternehmens. Ein paar Unternehmer, genauso wie die daheim-Mamas und natürlich haben wir auch ein paar Pensionisten zu bieten.


Die alles beherrschende Gruppe im Haus sind allerdings die Kinder. Wir haben gut 10 Kinder zwischen 0 und 12 im Haus (dazu noch 5 zwischen 13 und 20). Das ist an warmen Tagen nicht zu überhören. Auch stehen dadurch Kinderwägen, Roller und Dreiräder herum. Ist nicht zu vermeiden. Auch wenn unser Grummel-Pensionist (der, der immer gegen alles ist) ein echtes Problem damit hat.

Die Kinder haben enorm dazu beigetragen, die ansonsten spärliche Kommunikation zwischen den Erwachsenen zu steigern.
Genauso wie der Innenhofflohmarkt. Der Bezirk bietet einmal im Jahr eine Plattform um für einen Tag die Haustore im Bezirk zu öffnen und die Leute, die was loswerden wollen, flohmarkten dann eben im eigenen Innenhof - so vorhanden.
Der Bezirk sendet dann eine Karte aller geöffneten und teilnehmenden Häuser an alle Haushalte im Bezirk und wenn das Wetter schön ist, dann sind die Leute auf der Wieden unterwegs und gehen Hof-schauen und vielleicht-auch-noch-was-mitnehmen!


Da man dabei beinahe einen Tag zusammen im Hof stehend verbringt, kommt man sich näher. Wir haben 3x teilgenommen und es hat das Leben im Haus verändert.

Es gibt natürlich bei über 20 Parteien im Haus immer noch Leute, die - na sagen wir mal - nicht aktiv dabei sind, aber an sich bin ich geneigt zu sagen, dass die Nachbarschaft ganz gut funktioniert. Man gießt sich die Blumen während des Urlaubs, füttert die Katzen, nimmt Pakete entgegen und wenn einem der Zucker oder die Eier ausgehen, dann findet man immer jemanden, der einem aushilft.
Man grüßt sich, plaudert, wenn man sich im Supermarkt trifft und übernimmt auch mal die Kinder für einen Stunde.
Die Eigentümerversammlung ist allerdings ein Graus. Einstimmigkeit in irgendeinem Thema scheint völlig unmöglich in beinahe allem ;-)

Es gibt Mieter und Eigentümer im Haus. Die, die Miete zahlen, zahlen viel. Es ist teuer hier bei uns.
Weiters sind die Mieter manchmal nach einer Weile wieder weg. Was ich persönlich nicht so super finde, denn ich komme wohl allmählich in das Alter, wo ich das nicht mehr will. Den andauernden Wechsel.
Aberwasis-ishalt. Kannmanixmachen, sagt der Wiener.


Alles in allem finde ich es gut, so wie es ist. Es entwickelt sich und es entwickelt sich gut. Ich habe schon in Häusern gewohnt, da kannte ich von Tag eins bis zum Tag des Wiederausziehens niemanden.

Die große Anonymität, wie es sie ja in den Großstädten immer zu haben gilt, das will ich aber ausdrücklich gesagt haben, die ist es hier bei uns nicht. Ich kenne einige Leute in den umstehenden Häusern. Die Geschäftsleute der - ja es gibt sie bei uns - kleinen Geschäfte, die kennen jeden. Ich kenne natürlich nicht jeden und natürlich ist es möglich hier auch völlig unterzutauchen und anonym dahinzuvegetieren.


Ich empfinde die Intensität an Nähe hier erträglich. Man kann seine Ruhe haben .. also fast immer .. und man kann aber auch leicht Menschen finden, wenn man sie mal braucht. Man kann sich ins Kaffeehaus nach draußen in die Sonne setzen und den Leuten beim Vorbeigehen zuschauen.
Das entspannt.









Freitag, 6. April 2018

gelesen KW 14 - Sam Barsky strickt

Wir in unseren Nähszene sind ja zu einem großen Teil weiblich. Es gibt sie sehr wohl, die männlichen  Nähschaffenden, aber ihre Zahl ist klein und vor allem still.

Nicht so Sam Barsky. Sam strickt. Er strickt Pullis. Pullis mit Sujet drauf. Nichts Dezentes wohlgemerkt. Eher die Sorte Pulli, die im englischsprachigen Raum um Weihnachten rum ihr Unwesen treibt.

Er strickt die Tower Bridge in London und fährt dann nach London um dort vor der Brücke ein Foto zu machen (und online zu teilen) ebendiesen Pulli tragend.

Skurril, äußerst skurril aber durchaus kreativ und inspirierend.




Habt ein wunderbares Wochenende!


Gelesen:

Donnerstag, 5. April 2018

Tasche in blau

Ich hab' zur Zeit ein Ding mit Taschen. Keine Ahnung wo das gerade herkommt, aber es macht mich glücklich und somit hat es eine Berechtigung. Vor kurzem habe ich euch mein gelbes Meisterwerk gezeigt und heute, heute wird es blau!

Inspiriert hat mich der Stoff. Der ist nämlich, mit Verlaub, der HAMMER. Ein Happy-Feel-Good Ding total. Griechenland, das Meer, der Wind in den Haaren.
Gesehen bei der Alexandra (Stoffsalon) auf dem Schneiderei-Markt voriges Jahr.
Und ein Jahr lang hatte ich diese Tasche schon im Kopf.
Ein Jahr lang!

Den Schnitt habe ich selber gebastelt. Was masslos übertrieben klingt, da es sich nur um eine abgerundetes Rechteck handelt. 
Auch eine kleines Extratascherl war unbedingt notwendig. Da steh' ich zur Zeit einfach voll drauf!




Ich habe euch ja diese Woche die Bilder vom Karlsplatz gezeigt um das April Thema von Stadt und Land vorzustellen. Wir haben dabei nicht nur die anderen Menschen fotografiert, nein .. auch die neue Tasche.

Es war ausnehmend windig!




Eine Tasche habe ich noch im Kopf und auch mittlerweile alles Material im Haus. Also stellt euch drauf ein: eine wird wohl noch kommen!
Taschen nähen ist zur Zeit einfach so ... erholsam!

ah, nein, stimmt nicht .. zwei Taschen hab' ich noch im Kopf ... ojeoje!

RUMS   CIA
 
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